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COVID 19-UPDATE: Flughafen gesperrt und Ausgangssperre auf Ibiza und Formentera in Kraft

Ausgangssperre auf Ibiza und Formentera: Am Sonntag, 16. März, trat in Spanien für 15 Tage der “estado de alarma” in Kraft, um eine weitere Verbreitung der Covid 19-Seuche zu vermeiden.

Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte den Ausnahmezustand am Freitag an, was am Samstag auf Ibiza zu Chaos in den Supermärkten führte, weil sich die Menschen auf die “Isolationshaft” vorbereiten und sich mit Lebensmitteln eindecken wollten.

Schulen und Bildungseinrichtungen blieben ab Sonntag geschlossen, ebenso kulturelle Einrichtungen wie Kinos, Theater und Büchereien sowie Sport- und Spielplätze, Ämter und Behörden.
Öffentliche Straßen dürfen nur noch aus wichtigen Gründen, etwa der Beschaffung von Lebensmitteln, in medizinischen Notfällen und bei der Fahrt zur und von der Arbeit benutzt werden. Zuwiderhandlungen können mit Bußgeldern von 100 bis 60.000 Euro und sogar mit Haftstrafen belegt werden. Die meisten Geschäfte, Bars und Cafés auf Ibiza und Formentera schlossen schon vor Inkrafttreten der Ausgangssperre freiwillig ihre Lokale.

Um sich auf öffentlichen Straßen aufzuhalten, muss laut Dekret einer der folgenden Gründe vorliegen:

Einkauf von Lebensmitteln, Hygieneartikeln oder Medizin, Pflege von alten oder kranken Angehörigen oder kleinen Kindern, Besuch eines Gesundheitszentrums, Weg zur Arbeit und Rückkehr zum Wohnort, Aufsuchen von Banken und Tankstelle, oder aus Gründen höherer Gewalt oder infolge einer Notlage. Es ist erlaubt, zur Tankstelle und zur Post zu fahren, oder auch den Hund (alleine!) auszuführen. Besuche von Freunden sind verboten. Die Strände sind ebenfalls geschlossen.

Corona-Krise: Einschränkungen der Reise- und Bewegungsfreiheit auf Ibiza

Im Notfall können ganze Straßen gesperrt werden, etwa um “Krankentransporte oder die Versendung wichtiger Nahrungsmittel und medizinischer Artikel zu ermöglichen”. Der öffentliche Nahverkehr wird bis auf ein Minimum heruntergeschraubt. Spanien schränkt die Reisefreiheit drastisch nicht nur zu Lande, sondern auch zu Wasser und in der Luft ein.

Viele Reisende standen vor der Frage, ob und wie sie wieder aus Spanien in die Heimat ausreisen oder aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz nach Ibiza einreisen können.

Auf der anderen Seite wurden die Stimmen aus der Bevölkerung, den Flughafen von Ibiza für einige Zeit komplett zu sperren, immer lauter. Die Bewohner fürchten neben der gesundheitliche Gefahr, die von der Epidemie ausgeht, auch Lebensmittelversorgungsengpässe. Letztes scheint derzeit kein Problem zu sein: Die Supermärkte sind geöffnet und bis auf wenige einzelne Produkte gut bestückt.

Balearen-Präsidentin Armengol schließt Flughäfen und Häfen der Balearen

Balearen-Präsidentin Francina Armengol verkündete am Dienstagmittag des 17. März die Schließung aller Häfen und Flughäfen. Alle nationalen und internationalen Flüge sind eingestellt. Dazu zählen auch Privatjets. Nur Frachtlieferungen von Waren sind erlaubt. Insel-Residenten aus dem Ausland dürfen ebenfalls noch einreisen.

Von Ibiza gibt einen täglichen Flug nach Madrid und Barcelona. Innerhalb der Inselgruppe gibt es ebenfalls einen Flug pro Tag. Bei der Ankunft wird eine Hygienekontrolle der Reisenden durchgeführt, auch müssen sie einen Fragebogen ausfüllen. Damit möchte man “sicherstellen, dass sie bei guter Gesundheit ankommen“, sagte Armengol. Das „Screening“ soll helfen, mögliche Coronavirus-Patienten zu erkennen.

Touristen, die sich noch auf den Inseln befinden, sind aufgefordert, diese zu verlassen, weil die Hotels geschlossen werden. “Es sind noch etwa 25.000 Touristen hier, ihre Abreise soll in geordneter Weise erfolgen.” Noch können Urlauber von Ibiza also in ihre Heimat zurückfliegen, und ebenso Insulaner, die unterwegs sind, nach Hause zurückkehren.

Gesundheitszustand der ersten beiden Corona-Fälle auf Ibiza ist stabil

Bis Sonntag, 15. März, hatte sich die Zahl der bestätigten Corona-Infizierten auf den Balearen auf 44 erhöht, zwei davon auf Ibiza. Eine Person auf Mallorca ist gestorben. Bis zu den Morgenstunden des 17. März war die Zahl auf 94 Patienten gestiegen. An diesem Tag wurden auf Ibiza weitere acht Fälle bekanntgegeben. Damit liegt die Gesamtzahl auf Ibiza jetzt bei zehn. Die beiden ersten Erkankten sind in einem stabilem Zustand.

Alles andere als stabil ist die wirtschaftliche Lage: Vermieter von Ferienhäusern und Yacht-Charterfirmen berichten von Stornierungsraten von fast einhundert Prozent. Was das Osterferiengeschäft angeht, so hatten bereits Anfang März etwa 50 Prozent der Ibiza-Reisenden ihre Hotelbuchungen storniert, was die Hotelbranche von Ibiza und Formentera in schwere Bedrängnis brachte.

Diese staatlichen Institutionen sind mit der Durchführung der Maßnahmen betraut:

Verteidigungsministerium: Soldaten sollen die Sicherheitskräfte vor Ort unterstützen.
Innenministerium: Sicherheitskräfte werden Fußgängerwege, Autostraßen und Bahnhöfe überwachen.
Verkehrsministerium: Öffentliche Verkehrsmittel werden eingeschränkt werden und Straßen gesperrt.
Gesundheitsministerium: Die Krankenhäuser werden in ständiger Bereitschaft sein, derzeit sind die Besuchszeiten in Can Misses komplett ausgesetzt

Die aktuell ausgerufene Alarmstufe ist die erste von drei Stufen. Je nach Notlage folgt nach Ablauf des “estado de alarma” der “estado de excepción” oder gar der “estado sitio”. Es handelt sich jeweils um außergewöhnliche und restriktive Maßnahmen, für deren Ausführung die Streitkräfte zuständig sind.

Zuletzt wurde der Alarmzustand in Spanien im Dezember 2010 ausgerufen. Während die Fluglotsen im Streik waren, übernahm für 43 Tage das Militär die Aufgaben.

Das öffentliche Leben auf Ibiza und Formentera ist vollständig zum Erliegen gekommen

Bereits am Donnerstag, 12. März, hatten der Inselrat und die Gemeindeverwaltungen von Ibiza den Betrieb öffentlicher Einrichtungen eingestellt sowie alle kulturellen Veranstaltungen bis auf weiteres abgesagt. Die Maßnahmen des Gobierno in Madrid und die Angst vor einer Ansteckung sorgen für eine gespenstische Stimmung auf Ibiza. Die Bevölkerung ist aufgerufen, zuhause zu bleiben, Kontakte mit anderen Menschen zu meiden bzw. Abstand zu halten, und die Hygieneempfehlungen einzuhalten.

Hier finden Sie das Dekret in seiner vollständigen Fassung (auf spanisch) als PDF