“Wir waren noch nie im Pacha, nur mal im El Divino. Und im Amnesia, aber das war uns zu heftig”, meint sie.

Margit und Erhard: Deutsches Paar nimmt den Alltag in Ca Na Negreta mit Humor

Ein Ibiza-Leben zwischen Granatäpfeln, Mercadillo und Straßenbeleuchtung im Schlafzimmer

Ca Na Negreta – Mit dem Neubau der Umgehungsstraße ist es stiller geworden auf der Straße durch Ca Na Negreta. Möchte man zumindest meinen, immerhin hat sich der Durchgangsverkehr deutlich reduziert.

Trotzdem sind einige Anwohner nicht mit allen Neuerungen zufrieden, die ihnen die Gemeindeverwaltung beschert hat. Margit und Erhard, die seit 25 Jahren neben “Toldos Sanchez” und gegenüber vom Sägewerk ein Häuschen bewohnen, können bei bestimmten Maßnahmen nur den Kopf schütteln.

So wurde die Straße zwar mit mehr als fünfzig schicken neuen LED-Straßenlaternen bestückt, eine steht jedoch in einem solchen Winkel direkt vor dem Schlafzimmer, dass nachts an Schlaf in diesem Raum nicht zu denken ist: “Die ganze Nacht ist Licht an. Ich kann nachts im Bett Zeitung lesen”, so die 71-Jährige Margit.
Auch wurde die Anordnung der Parkplätze vor dem Haus so geändert, dass die Auspuffgase nun ebenfalls genau in dieses Zimmer blasen, wenn Autos nicht vorwärts, sondern rückwärts einparken. Der Radweg, der im Zuge der Bauarbeiten angelegt wurde, wird quasi nie benutzt – eine weitere Steuerverschwendung, wie Margit meint, genau wie die E-Auto-Ladestation direkt neben ihrem Haus, die außer Betrieb ist und in dickem Plastik verhüllt. “Niemand lädt hier sein Auto auf. Die Plätze werden von Verbrennern belegt”, berichtet sie.
Erhard sieht die Dinge gelassener. Mit seinen 81 Jahren genießt er die Ruhe und den wohlverdienten Ruhestand in dem hübschen Garten mit Blick auf die wilde Blumenwiese hinter dem Haus, die sie von der neuen Schnellstraße trennt. Eine dicke Lärmschutzwand lässt kaum Autolärm durch. Über die Jahre hat Erhard hier eine grüne Oase geschaffen: Hibiskus blüht in voller Pracht, eine Palme und ein Feigenbaum spenden Schatten, die Blätter des Kirschbaums, des Papyrus und der Bananenstauden wiegen sich im Wind, die knallorangenen Blüten der Kapuzinerkresse blitzen hervor und besonders stolz sind die beiden auf ihren Granatapfelbaum, der jedes Jahr Früchte in gigantischer Größe hervorbringt.

Margit und Erhard sind bekannt für diese Granatäpfel, die sie im November an ihrem Stand auf dem Sant Jordi-Mercadillo verkaufen: Ungespritzt natürlich, und zu einem unschlagbaren Preis von drei Euro für drei Stück. Sie sind alte Hasen auf dem Gelände der Pferderennbahn, wo samstags immer der Flohmarkt stattfindet.
Seit über zwei Jahrzehnten verkaufen sie hier Trödel- und Neuwaren. Doch nicht alle Produkte laufen so gut wie Granatäpfel. “Alles, was einen Stecker hatte, konnte man früher super verkaufen. Heute läuft das fast gar nicht mehr”, meint Erhard. In guten Zeiten verdienten sie auf dem Flohmarkt über den Monat gut 450.000 Peseten.
Heute gibt es auf der Insel Ikea und Amazon. Kleine Händler haben es schwer. “Wenn wir früher den LKW aufmachten, stürmten gleich die Leute heran. Wir hatten gute Sachen aus Deutschland, das sprach sich rum”, erzählt Margit. Ein besonders gefragtes Produkt waren Haar- und Bartschneidegeräte. Von diesen gingen über 100 Stück über den Tisch, “vor allem an Marrokaner, die am Stand Schlange standen”, wenn eine Lieferung kam.

Margit bezeichnet den Mercadillo als “die beste Kontaktbörse, die es gibt”, gerade für Neuankömmlinge auf der Insel, aber auch für Inselveteranen. 1976 verbrachte sie ihren ersten Urlaub auf Ibiza. Später konnte sie ihren Mann für die Insel begeistern, so dass sie sich entschieden, Deutschland den Rücken zu kehren. Sie betrieben damals in Hagen einen gut funktionierenden Möbelhandel mit 22 Meter Schaufensterlänge und belieferten Kunden bis nach Bad Oeynhausen.
“Die Zeit vergeht unheimlich schnell”, sagt Erhard. Da sie fast nur mit anderen Deutschen Umgang hatten, ist ihr Spanisch bis heute nicht besonders gut, wie beide kleinlaut zugeben. “Aber eines weiß ich, Palo Ibicenco ist die beste Medizin”, lacht Margit, die das süß-herbe Kräutergebräu bei jeglichen Wehwehchen empfiehlt. Vom weltberühmten Nachtleben der Insel haben sie nicht viel mitgenommen: “Wir waren noch nie im Pacha, nur mal im El Divino. Und im Amnesia, aber das war uns zu heftig”, meint sie.
Mit dem Verkauf von Bildern, Lampen, Spiegeln und Überraschungsei-Figuren oder dem Versiegeln und Reparieren von Dächern konnten sich die beiden auf der Insel eine bescheidene, aber zufriedene Existenz aufbauen.
Vor allem Margit liebt den Mercadillo. Sie ist bekannt für ihre fröhliche Ruhrpott-Herzlichkeit und kennt alle Stammkunden beim Namen.
r gelegentliche schlechte Laune sorgt bei ihr nur das Scheppern der neuen Gullideckel der frisch gemachten Straße vor ihrer Haustür, die zum Teil lose und nicht fachgerecht eingelassen sind. Auch nerven sie die LKWs: Es ist zwar allgemein weniger Verkehr unterwegs, aber “trotzdem fahren hier weiter die Schwerlaster durch, obwohl sie eigentlich vorne eine Ausfahrt haben”, meint sie genervt.

Nur wenige Schritte sind es von ihrer Haustür zur berühmten Arbeiterbar Can Toni, deren Beliebtheit bei Handwerkern und LKW-Fahrern auch die lange Bauphase keinen Abbruch tun konnte. Bis heute versteht niemand genau, warum das letzte Stück zwischen dem Can Toni und dem Kreisverkehr noch über Monate gesperrt blieb, obwohl die Hauptstraße schon lange fertig war. Hübscher anzusehen als zu Zeiten des Durchgangsverkehrs ist Ca Na Negreta heute jedoch nun allemal. Von Friederike Diestel

Hausflohmarkt

Alles muss raus: Im Sommer ist es ihnen auf dem Sant Jordi-Markt zu heiß, deshalb laden Margit und Erhard zu sich nach Ca Na Negreta (Hausnummer 464, neben “Toldos Sanchez”) ein. Wer Interesse an Möbeln, Lampen, Spiegeln oder Kleidung hat, kann sich bei ihnen melden: Tel.: 699 296 405.

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