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Ferrer vermisst die Zeit “als die Paraden noch echte Paraden waren”

Was Pacha-Experte und Ibiza-Urgestein Francisco Ferrer über die Saison 2021 denkt

Francisco Ferrer (Ibiza, 1964) ist einer der Menschen auf Ibiza, die aus dem Nachtleben nicht wegzudenken sind. 

1985 begann er für die Pacha-Gruppe zu arbeiten, noch während er Tourismus studierte, sich aber bereits als geschickter Partyorganisator darstellte. Seine Geschichte spiegelt die Disko-Trends auf Ibiza und die der weltbekannten Marke mit den Kirschen wieder, mit der er sich “voll identifiziert” fühlt, wie er in einem Interview im Periodico de Ibiza sagte. Ferrer kennt die Nächte, die VIPs und das Partygeschehen auf Ibiza wie kaum ein anderer. Der Markenbotschafter fungiert zudem als Co-Direktor des Kabarett-Clubs Lío im Yachthafen. 

Wie waren damals Ihre Anfänge im Pacha?

Francisco Ferrer: Ich studierte Tourismus und organisierte als Klassensprecher am 1. Mai 1985 eine Party im Pacha, um Geld für unsere Abschlussfahrt zu sammeln. Die Party war eine Katastrophe, aber dort lernte ich Ricardo Urgell kennen, den Gründer, seinen Bruder Piti und Betina, die damals Pitis Freundin war. Wir begannen darüber zu sprechen, ob ich nicht den gesamten Vorverkauf übernehmen könnte. So fing ich an, die Hotels und Reiseveranstalter abzuklappern. Der Preis für ein Ticket lag bei 500 Peseten, darin war ein Getränk enthalten. Stellen Sie sich mal vor – das sind heute 3 Euro. Wir öffneten um 23 Uhr und bis 1 Uhr musste jeder drin sein. Das hat wunderbar funktioniert und bewegte die Leute dazu, früher zu kommen. Später begann ich, auch mit den Künstlern zu arbeiten, insbesondere im Bereich Promotion und Werbeförderung. Die Wahrheit ist, dass die Paraden damals noch echte Paraden waren, etwas sehr Schönes und Artistisches, und etwas, das im Laufe der Jahre auf Ibiza verloren gegangen ist. Ich war jede Nacht selbst dabei, und wenn ein Performer nicht pünktlich auftauchte, stieg ich selbst auf’s Podium. Es war eine Bombenzeit! 

Zum neuen Jahrhundert wurde dann das Lío geboren…

Francisco Ferrer: Im Jahr 2000 kam Ricardo und sagte mir, dass er das El Divino übernehmen möchte, jedoch nur unter der Bedingung, dass ich involviert sei. Nun, ich war begeistert, weil die Räumlichkeit sehr schön ist und ich mich ohnehin als “Kirsche auf zwei Beinen” verstand. Also haben wir das Lío-Ding kreiert und ich wurde Direktor zusammen mit einem anderen Kollegen. Dann, nach dem Verkauf der Gruppe, wurde ich Markenbotschafter und bin jetzt zusammen mit Joan Gràcia Co-Direktor. 

Denken Sie, dass wir diesen Sommer wieder tanzen werden?

Francisco Ferrer: Wie die Saison werden wird? Perfekt und göttlich! Nein, wir müssen realistisch sein. Ich sehe es so, dass es wieder ein bisschen wie letztes Jahr sein wird. Bis die Spannungen in den Krankenhäusern gelöst sind, spielt es keine Rolle, was wir spekulieren, denn es wird kompliziert für die Gastronomie. Leider ist das Nachtleben am schlimmsten getroffen, weil sich die Leute angeblich mehr anstecken. Es mag wahr sein, dass man nach zwei Getränken etwas leichtsinniger wird und die Regeln vergisst. Hoffentlich erlaubt die Situation, dass wir unsere Betriebe öffnen können, auch möglicherweise mit Einschränkungen und unter Berücksichtigung der Verordnungen. 

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Text: red / Fotos: DDI
Copyright: Ibiza Kurier – Die deutsche Zeitung für Ibiza und Formentera 

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