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Vom Außen abgetrennt und allein: Ausbruch in den Altersheimen auf Ibiza

Fast die Hälfte aller Corona-Toten auf den Balearen waren in Seniorenresidenzen untergebracht

In den Altersheimen geht der Tod um: Gut die Hälfte der 401 bis 20. November auf den Balearen in Verbindung mit Covid-19 Verstorbenen waren in Seniorenresidenzen untergebracht.

Diese Tatsache wirft mehrere Fragen auf. Wie kann es sein, dass gerade dort, wo Hygiene und Corona-Schutzmaßnahmen höchste Priorität haben, die meisten Menschen sterben? War wirklich das Virus die Todesursache oder war die Infektion nur das Zünglein an der Waage? 

Obwohl die Weltgesundheitsorganisation WHO zunächst von Obduktionen abriet, führte der Hamburger Rechtsmediziner Dr. Klaus Pü­schel Autopsien an verstorbenen Patienten durch und erklärte, dass alle von ihm untersuchten Körper an schweren Verfallserscheinungen gelitten hatten: “In Hamburg ist niemand ohne Vorerkrankung an Corona gestorben”, so sein Fazit.

Die Ansteckung sei in diesen Fällen nur “der letzte Tropfen” gewesen. Kaum einer der Untersuchten hätte bis zum Jahresende überlebt – mit oder ohne C19-Infektion.

In einem Bericht an die Gesundheitsbehörde der Hansestadt zeigt Püschel auf, dass die Verstorbenen vorwie­gend an kardiovaskulären Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkten und Arte­ri­osklerose litten. Vorerkrankungen der Atemwege und der Lunge lagen zusätzlich bei 46 der 65 obduzierten Körper vor. 

Auch auf Ibiza und Formentera litten die meisten vermeldeten Toten an lebensgefährlichen Vorerkrankungen (s. Seite 7). In den Altersheimen scheint das totale Chaos zu herrschen. Kein Tag vergeht ohne eine weitere Meldung, dass ein Insasse verstorben sei. 

Aufgrund eines “neuen Ausbruchs” (bedeutet, einer gestiegenen Zahl von PCR-Positiv-Getesteten) sind seit November alle Bewohner des Reina Sofía-Altersheim eingesperrt und von der Außenwelt isoliert. 

Das Gesundheitsamt der Balearenregierung gab bekannt, dass bei 34 der 127 Bewohnern der PCR-Test positiv ausgefallen war. Elf von ihnen wurden ins Krankenhaus überwiesen, einer auf die Intensivstation.

Von den 77 Mitarbeitern im Reina Sofia-Zentrum, dessen Leitung dem katholischen Bistum untersteht, wurden elf positiv getestet. Es gilt ein totales Besuchsverbot für Angehörige. Nur dem Pflegepersonal ist der Zutritt erlaubt. Von jeweils vier Neuinfektionen in den Heimen Sa Serra (San Antonio) und Can Blai (Santa Eulalia) berichtete Nou Diari Mitte November. Auch im Altersheim von San Antonio wurden aus diesem Grund alle 83 Bewohner unter Kontaktverbot und Quarantäne gestellt.

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Text: inn / Fotos: DDI
Copyright: Ibiza Kurier – Die deutsche Zeitung für Ibiza und Formentera 

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