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Die Neuankömmlinge steuern scheinbar ein bestimmtes Ziel an: “Wo geht’s zum Hotel La Noria?“

Im Herbst schwächte die Migranten-Welle ab – Über 400 Männer bis November

Platzmangel und überforderte Sicherheitskräfte: Die Ankunft von Migranten auf Ibiza stellt die Insel mitten in der C19-Krise vor gigantische Herausforderungen. 

Agenten der Policia Local von Santa Eulalia fingen am 2. November 14 Personen ab, die illegal an Bord eines Fischerbootes am Strand von S’Estanyol angekommen waren.

Die Intervention begann gegen 8:30 Uhr, nachdem Anrufe von Anwohnern eingegangen waren, die auf die Anwesenheit mehrerer Personen “in dunkler Kleidung und mit suspektem Äußeren” auf Höhe des Fußballplatzes in der Nähe von Jesús aufmerksam machten. 

Eine Patrouille begab sich auf den Weg und nahm die Gruppe, auf die die Beschreibung passte, auf dem Carrer Angel Nieto fest.  

Die Einwanderer wurden der Guardia Civil übergeben, während das Boot von Grupos Especiales de Actividades Subacuáticas (GEAS) sichergestellt wurde.

Am selben Tag, diesmal mit 15 Insassen an Bord, landete gegen 16.30 Uhr ein Boot am Strand von Talamanca. Es erreichte die Küste unter den erstaunten Blicken der Badegäste, die an diesem Tag das gute Wetter nutzten. Die Männer sprangen von Bord und entzündeten Signalraketen, als sie den Strand betraten. Noch ein Boot traf am Nachmittag bei La Sal Rossa in Playa d’en Bossa ein. Hier wurden neun Passagiere abgefangen.

Am 3. November wurden wegen Platzmangels in der Erstunterkunft in Playa d’en Bossa 56 der in den letzten Wochen auf Ibiza angekommenen Migranten nach Mallorca überführt, nachdem ihnen ein negativer PCR-Coronatest attestiert wurde. 

Am 5. November vermeldete Nou Diari, dass die von der Inselregierung im Hotel La Noria eingerichteten Betten nicht ausreichen, so dass ein Teil der Männer in Zelten auf dem Gelände des derzeit geschlossenen Campingplatzes von Cala Jondal und in einem zweiten Hotel untergebracht wurde. 

Als Lösung auf den Tisch kam auch die Installation einer temporären Infrastruktur auf dem Gelände direkt hinter der Polizeistation. Hier richtete das Rote Kreuz ein Zelt und mobile Toiletten ein, um die Männer zu beherbergen.

Nach einem Bericht des Diario de Ibiza am 8. November waren zwei Migranten auf hoher See, die sich an Bord eines Bootes auf dem Weg nach Ibiza befunden hatten, ertrunken. Das Boot wurde in der Nähe von Alicante abgefangen. Zu diesem Zeitpunkt sei es bereits sechs Tage unterwegs gewesen, heißt es im Polizeibericht. Die verbliebenen neun Personen waren bei guter Gesundheit und wurden in den Hafen von Alicante verbracht.

Aufgrund der stürmischen See blieben ab Mitte November weitere Boote auf Ibiza aus, doch man fürchtet, dass auf der algerischen Seite des Mittelmeers tausende Migranten auf gepackten Koffern sitzen. 

Die Bewältigung der Einwanderungswelle stellt Sicherheitskräfte und soziale Dienste vor eine Herausforderung. Es betrifft vor allem die Nationalpolizei, die für die Ausländer zuständig ist, und das Rote Kreuz, dessen Freiwillige für die Durchführung der PCR-Tests verantwortlich sind.

Im Jahr 2020 trafen bis zum Herbst 34 Boote auf Ibiza und Formentera ein, und 408 Personen wurden festgenommen – eine Zahl, die deutlich höher ist als die 320 im Jahr 2019. 

“Wo geht’s zum Hotel La Noria?“, sollen einige der Neuankömmlinge bei ihrer Verhaftung gefragt haben. “Sie wissen genau, wo sie hinwollen”, heißt es von Seiten der Polizei. So macht es auch Sinn, dass die Boote in letzter Zeit immer häufiger in Stadtnähe ankommen statt wie sonst an entlegenen Punkten. 

“Es lässt vermuten, dass die Boote einen festgelegten Kurs haben, um möglichst nah am Hotel anzukommen.” 

So fand man ein Boot in der Nähe des Garbi-Hotels, gerade mal zwei Blocks vom La Noria entfernt. „Die Situation in diesem Hotel ist ziemlich angespannt“, warnt die Polizei.

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Text: die / Fotos: DDI
Copyright: Ibiza Kurier – Die deutsche Zeitung für Ibiza und Formentera