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Corona-Entscheidungen ”ohne Prüfung der wissenschaftlichen Grundlagen” gefällt

Über 50 Berufsverbände üben heftige Kritik am spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez

Wissenschaftler in Spanien fordern einen faktenbasierteren Blick auf die Corona-Einschränkungen: „Politik darf nicht Vorrang vor der öffentlichen Gesundheit haben.“

Führende medizinische und wissenschaftliche Verbände Spaniens fordern die Politik auf, ihre internen Streitigkeiten fallen zu lassen und “Entscheidungen im Zusammenhang mit Corona künftig auf der Grundlage verfügbarer wissenschaftlicher Belege” zu treffen.

Geschlossene Spielplätze und offene Schulen: Dieser Kontrast ist ein gutes Beispiel dafür, wie Politiker ohne Prüfung und Vorlage wissenschaftlicher Grundlagen Regeln verordnen, die aus Sicht der Bevölkerung sowie zahlreicher Experten häufig unlogisch, widersprüchlich und kontraproduktiv sind. 

Politiker haben das letzte Wort über den schwierigen Spagat zwischen dem Schutz der Gesundheit der Menschen und der Aufrechterhaltung der Wirtschaft, schreibt die Tageszeitung El Pais.

“In vielen Fällen werden jedoch Kriterien zugunsten von Maßnahmen außer Acht gelassen, die weniger auf verfügbaren Erkenntnissen als vielmehr auf Partei-Taktiken und populistischen Zielen beruhen”, lautet die Kritik am spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez. 

Insgesamt 55 wissenschaftliche Vereinigungen fordern ihn auf, “den Kampf gegen das Coronavirus auf Basis validierter Daten und nicht aufgrund politischer Erwägungen” zu führen.

In einem Dokument mit dem Titel „On Health Matters, You’re In Charge But You Lack Knowledge“ („In Gesundheitsfragen sind Sie verantwortlich, aber es fehlt Ihnen an Wissen“) bittet ihn die Gruppe, die sich aus über 170.000 Angehörigen verschiedener Berufsgruppen zusammensetzt, der Wissenschaft mehr Gehör zu schenken. 

„Akzeptieren Sie, dass Entscheidungen zur Bewältigung der Pandemie auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, unabhängig vom politischen Wettstreit, beruhen müssen”, heißt es im ersten Punkt des Dokuments.

“Wenn Sie dies unterlassen, endet es in einer Katastrophe, die allen schadet und das Vertrauen der Bürger untergräbt”, so Ignacio Rosell, Professor für öffentliche Gesundheit an der Universität Valladolid.

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Text: die / Fotos: DDI
Copyright: Ibiza Kurier – Die deutsche Zeitung für Ibiza und Formentera