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Die rote Koalition im Balearen-Consell will keine weitere Untersuchung des Pädo-Skandals

Die Balearenregierung steht unter Druck wegen Prostitution und Missbrauch in Jugendheimen

Auf Ibiza stehen diverse Kirchenvertreter im Visier, auf Mallorca die Mitarbeiter und Betreuer mehrerer Kinderheime. 

Im vergangenen Winter begannen sich die Meldungen über den Missbrauch von Minderjährigen auf den Balearen zu häufen. Im Januar berichtete die FAZ über die Vergewaltigung einer Dreizehnjährigen auf Mallorca und den Skandal, der damit aufgedeckt wurde. 

Offenbar sollen Heimkinder jahrelang zum Sex überredet worden sein. Die Verantwortlichen in der Verwaltung sollen weggeschaut haben.

Die zuständige Sozialbehörde Mallorcas räumte erst nach etlichen Anzeigen und Medienberichten ein, Kenntnis “von mehreren Fällen” zu haben. Mindestens 15 Mädchen und ein Junge eines Heims sollen neuesten Erkenntnissen zufolge jahrelang zur Prostitution verleitet worden sein.

Doch auch in anderen Heimen seien “nahezu alle minderjährigen Heimbewohnerinnen” in die Prostitution geführt worden, schreibt die FAZ. Betroffen sind vor allem Kinder ohne Eltern oder aus sehr schwierigen Verhältnissen, die für Ausbeutung und Manipulation anfällig sind.

Das IMAS (Instituto de Asuntos Sociales de Mallorca) ist die für die Waisenkinder zuständige Behörde. Sie untersteht dem Inselrat Mallorcas und damit der Verantwortung der linken Regierungspartei PSOE. 

Unter der Vormundschaft des IMAS sind rund 350 Minderjährige, verteilt auf etwa 30 Zentren und Pflegefamilien. 

Der Skandal um Prostitution und Missbrauch in Jugendheimen macht der Regierung in Palma seitdem schwer zu schaffen. Die konservative Opposition pocht bis heute darauf, einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu den Missbrauchsfällen einzurichten. 

Zwar verpflichteten sich der spanische Sozialminister ­Pablo ­Iglesias und Gleichstellungsministerin Irene Montero (beide Podemos) zunächst, das Thema genau zu untersuchen und forcierten eine Expertenkommission, doch im Oktober wurden die Ermittlungen auf das Bestreben von PSOE und Podemos hin ohne „detaillierte Analyse“ eingestellt, wie El Mundo berichtete.

Es scheint, man wolle sicherstellen, dass der Kongress den Missbrauch von Minderjährigen auf den Balearen nicht weiter untersucht, titelt El Confidencial. 

Auch der Inselrat von Mallorca will am liebsten nichts mehr von dem Skandal hören. In einer Plenarsitzung des Consells am 8. Oktober lehnten die Sozialisten von PSIB-PSOE, Més und Podemos erneut die von der Partido Popular, Ciudadanos und Vox geforderte Schaffung einer Kommission ab.

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Text: die / Fotos: Pixabay
Copyright: Ibiza Kurier – Die deutsche Zeitung für Ibiza und Formentera