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Jeder Mensch, der auf Formentera mit einem Handy unterwegs ist, wird verfolgt

Mess-Antennen ”tracken” den jeweiligen aktuellen Standort und Herkunftsland jeder SIM-Karte

Überwachung auf Schritt und Tritt? Formentera überwacht seit Anfang Juli die Bewegungen der Menschen auf der Insel, indem die SIM-Karten ihrer Mobiltelefone “getrackt” werden. 

Diese erfahren zu keinem Zeitpunkt, dass sie Daten und Informationen senden, da der Verbindungsaufbau des Handys mit den Messantennen automatisch erfolgt. Verantwortlich für das Projekt zeichnet sich das “Observatori de Dades de Formentera”. 

Datenschutz und das Recht auf Privatsphäre bleiben gewahrt, beteuert Tourismussprecher Carlos Bernús. Die Maßnahme erlaube es dem Consell nachzuschauen, “in welchen Mengen sich Menschen auf der Insel bewegen und aufhalten”, und wo sich so genannte “Hot Spots” (zu deutsch: “Brennpunkte”) bilden. 

Gemeint sind wohl vor allem die Strände, an denen es – wenn auch nur in den zwei Monaten der Hochsaison – tatsächlich manchmal ein klein bisschen eng werden kann. 

Doch wie verhält es sich mit Bewegungen und Ansammlungen im privaten Kreis auf privatem Grund? Zumindest hat das Consell auch darüber Einblick, wann, wie lange und wieviele Personen sich etwa bei einem Grillabend auf der Gartenterrasse aufhalten. Ob das Einwickeln das Handys in Grillfolie in diesem Fall ausreicht, den “Spionageangriff” abzuwehren, wäre eine interessante Frage an Aluhut-Träger. 

Bei der Präsentation des Projekts kündigten die Vertreter des Consells eine neue interaktive Karte auf der offiziellen Tourismus-Website an, auf der farbige Werte anzeigen, welche Strände der Insel gerade überfüllt sind und welche nicht. 

Zweifelsfrei dient die Initiative also dem Wohl der Menschen. Das Tracking trage dazu bei, “den Touristen ein besseres Besuchererlebnis“ zu bieten und um künftig “statistische Auswertungen besser durchführen” zu können. 

Insgesamt zehn Antennen erfassen die Sendesignale der SIM-Karten und leiten Informationen über die deren Position und Herkunft der jeweiligen Person (bzw. in welchem Land das Mobiltelefon angemeldet ist) an eine Rechenstelle weiter.

Die Antennen haben eine Reichweite von etwa 15.000 Quadratmetern und sind miteinander gekoppelt, so “dass sie 100 Prozent des Inselgebiets abdecken”. Sie befinden sich an strategischen Plätzen und wichtigen Gemeindezentren, im Gebiet von Ses Illetes und am Hafen. 

Optisch fallen sie kaum auf, da sie keine Masten benötigen, die die Landschaft verschandeln. Die Geräte sind so klein, “dass sie fast nicht auffallen”, erklärt Bernús stolz.

Text: die / Fotos: IK

Copyright: Ibiza Kurier – Die deutsche Zeitung für Ibiza und Formentera 

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