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Treffen “face to face” statt auf Facebook

Gruppen-Administrator zwischen Frust und Lust

Zum 19. Mal trafen sich Mitglieder der Facebook-Gruppe “Ibiza Deutsche Residenten und Urlauber“ im “echten Leben”. Viele Bekanntschaften sind seit ihrer Gründung entstanden. Doch manchmal knallt es auch in der Gruppe.

“Na Du kleiner Gruppen-Diktator, willst Du mich jetzt auch rausschmeißen?“ Solche oder ähnliche Beleidigungen muss sich Frank Hornung fast täglich anhören bzw. lesen, und zwar in der von ihm im Jahr 2012 gegründeten Facebook-Gruppe. Es geht um den Austausch und das Netzwerken unter Ibiza-Freunden, dort herrscht bisweilen ein rauher, unfreundlicher, arroganter bis aggressiver Ton. Aber das kann er ab, dank seiner in vielen Jahren entwickelten Frustrationstoleranz.

Doch auch die ist irgendwann am Ende: “Gerade in der heutigen Zeit ist es nicht immer einfach, die Leute im Zaum zu halten. Manche sind einfach nicht zu bändigen“, so Hornung. Schnell kochen bei manchen Themen die Emotionen hoch. Wenn dann auch Verwarnungen nicht mehr fruchten, “muss der Beleidiger die Gruppe verlassen”. Fast täglich passiert so was, da ist Frank konsequent. Sonst gäbe es Chaos und Anarchie im Netz, und das soll bei einer Gruppe von Deutschen auf Ibiza einfach nicht passieren.

 “Ich möchte Urlaubern die Möglichkeit geben, sich mehr und besser über die Insel zu informieren“, lautet Franks Motivation. Mit Erfolg: So handelt es sich um die größte und am häufigsten frequentierte Facebook-Gruppe von Deutschsprachigen auf Ibiza, die mittlerweile knapp 6.500 Mitglieder zählt. 

Auch Österreicher, Schweizer, Holländer und deutschsprachige Spanier tummeln sich in der heterogenen Gruppe. Bei der Aufnahme gibt es keine Beschränkungen: “Eigentlich kann jeder rein“, meint Frank.

Die meisten Mitglieder sind friedlich, freundlich, hilfsbereit und pflegen die in Internet-Foren und Plattformen übliche “Netiquette“. So überwiegen Bitten um Auskunft oder Hilfe den Schwerpunkt der Kommentare. “Wie sieht es mit der Maskenpflicht bei den Fluggesellschaften aus?“, “Wo kann ich ein günstiges Auto mieten?“ oder “Welche Clubs haben zur Zeit geöffnet oder sind wegen Corona geschlossen“ sind die typischen Fragen.

Meist werden sie gerne und schnell beantwortet. “Hier werden Sie geholfen“, könnte man den alten Werbespruch gerne auch auf diese Gruppe anwenden. Oft hilft das Schwarmwissen weiter: Was der eine nicht weiß, weiß der andere. So kann die Gruppe, trotz der für Facebook obligatorischen Querulanten, insgesamt für Ibiza und ihre Kolonie an Deutschsprachigen als äußerst hilfreich und großer Erfolg gewertet werden.

Der digitale Erfolg hat inzwischen ein analoges Brüderchen bekommen: Vergangenes Jahr rief Frank das beliebte und gut besuchte Facebook-Gruppentreffen ins Leben. Hintergrund: Hier kann man sich “face to face” austauschen, was sinnvoll ist, vor allem auch, weil es netter und freundlicher abgeht. Wer sich im Netz mal so richtig gezofft hat, kann sich hier beim Bier wunderbar wieder vertragen.

Die Treffen finden monatlich statt, zuletzt in der ersten August-Woche im “El Naranjo“ in Santa Eulalia.

Wegen des großen Andrangs und der oft kurzen Präsenz der Urlauber auf der Insel in der Hochsaison ist diesen Monat noch ein zweites Treffen geplant. 

“Auch im Winter wird es monatliche Facebook-Treffen geben“, kündigt der Initiator an. So haben theoretisch alle Mitglieder die Chance, sich einmal persönlich kennen zu lernen – oder sich zu versöhnen, wenn es beim Kommentieren mal wieder allzu heiß her gegangen ist. 

Rechts Gruppen-Administrator und Gründer Frank Hornung, hier mit unserem Autoren Roland Flier.

Text: Roland Flier / Fotos: Roland Flier

Copyright: Ibiza Kurier – Die deutsche Zeitung für Ibiza und Formentera 

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