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Fledermäuse sollen den Prozessionsspinnern an den Kragen – Per Helikopter und in Beuteln ausgebrachte Pestizide scheinen keine Wirkung zu haben

Per Helikopter und in Beuteln ausgebrachte Pestizide scheinen keine Wirkung zu haben

Nanu, was hängt denn da für ein schwarzer Plastikbeutel im Baum? Es handelt sich um eine Insektenfalle.

Diese soll helfen, die Ausbreitung des Prozessionsspinners (Thaumetopoea pityocampa) einzudämmen. Ob es hilft? Wohl nur wenig, denn auf Ibiza klagen in diesen Tagen viele Menschen, vor allem Tierbesitzer, über die große Zahl der Raupen, die sich in den Kronen der Punien ihre Gespinster bauen und dann in einer langen Kette hintereinander hinunter auf Wanderschaft gehen. Das Gefährliche sind ihre Härchen, die im Kontakt mit Nase, Augen oder Haut zu schweren und schmerzhaften Reizungen führen. 

Unklar ist auch, ob dem Lockmittel in den schwarzen Beuteln nicht auch andere Insekten in die Falle gehen. Und obwohl die Inselregierung vor einigen Wochen wieder Helikopter losschickte, die die Wälder tagelang mit angeblich für den Menschen unbedenklichen Pestiziden besprühten, scheint sich der Prozessionsspinner davon nicht beeindrucken zu lassen. 

Pepe hat eine Finca in der Nähe von Santa Eulalia und entdeckte kürzlich vor seinem Hühnerstall, der umgeben ist von Pinien, auf dem Boden eine über zwei Meter lange Kette der Raupen. Er kehrte sie zusammen und vergrub sie in einem Loch. Wenn er ein Gespinst in einem Baum sieht, zögert er nicht, wie viele andere Ibicencos, die Flinte rauszuholen und es mit Schrot zu durchlöchern. “Doch das Problem ist, dass dann die Härchen herunterfallen und sich mit dem Wind verbreiten”, merkt er an. 

Denn man muss die Raupe nicht einmal berühren, um Beschwerden zu bekommen. Wie weit können die Haare der Prozessionsspinner fliegen? Sie verteilen sich über die Luft teils mehrere hundert Meter weit. Die Wirkung der Raupenhaare kann vielfältige Folgen haben, vor allem bei Kindern oder Tieren, angefangen von lokalen Symptomen wie unerträglichem Juckreiz und Quaddeln im Kopfbereich bis hin zu Fieber, Erbrechen, Lethargie und einem lebensbedrohlichen allergischen Schock.

Seit 2009 bekämpft die Balearenregierung den Schädling mit unterschiedlichen Maßnahmen wie Pheromonfallen. Allein letzten August wurden in der Gemeinde Santa Eulalia zusätzliche 100 schwarze Beutel aufgehängt. 

Außerdem installiert die Umweltabteilung 57 Schutzkästen für Fledermäuse. Während die meisten Vögel die Raupen verschmähen, lassen sie sich diese gerne schmecken. 

Das Insekt wurde auf Ibiza zum ersten Mal im Jahr 1975 entdeckt und breitet sich als “Pestherd” seit 2021 vor allem im Nordosten Ibizas aus. Der Prozessionär ist ein entlaubendes Insekt, das sich hauptsächlich von den Nadeln des Baumes ernährt, bis dieser so geschwächt ist, dass er anfälliger wird für andere Einwirkungen wie Trockenheit oder Schädlinge. 

Inselbewohner sind aufgerufen, der Stadtverwaltung Vorkommen der Raupen über die Line Verde-App zu melden und den Standort zu übermitteln.

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Text: inn / Fotos: Stockfoto
Copyright: Ibiza Kurier – Die deutsche Zeitung für Ibiza und Formentera 

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